Der Advent – eigentlich eine Zeit der Stille, der Vorfreude, des Ankommens. Doch für viele Menschen fühlt er sich längst nicht mehr so an. Statt Wärme und Besinnlichkeit erleben sie Druck, Erwartungen, Erschöpfung und innere Unruhe.
Während draußen die Lichter erstrahlen, spüren wir innen oft etwas ganz anderes: Ein Ziehen, ein enges Gefühl, eine Müdigkeit, die schwerer wird, je näher das Jahresende rückt.
Wenn die schönste Zeit zur anspruchsvollsten wird
Der Dezember hat sich verändert. Mehr Termine. Mehr Erwartungen. Mehr Geschwindigkeit. Es ist ein Monat, in dem wir funktionieren – beruflich, familiär, sozial.
Und gleichzeitig ist es eine Zeit, in der unser Inneres längst nach einer Pause ruft.
Viele spüren:
• dass sie sich selbst kaum noch hören,
• dass der Alltag sie überrollt,
• dass sie innerlich nicht mehr mitkommen,
• dass der Selbstwert bröckelt, wenn zu viel verlangt wird,
• dass die Seele leiser wird, während der Druck lauter wird.
Die stille Jahreszeit – und doch ist nichts still
Die äußere Ruhe führt oft dazu, dass die innere Lautstärke zunimmt. Denn wo weniger Ablenkung ist, taucht mehr Wahrheit auf.
Genau das macht den Advent so herausfordernd: Er bringt ans Licht, was wir das Jahr über weggeschoben haben. Er verstärkt Gefühle, die leise geblieben sind. Er erinnert uns an Dinge, die unverarbeitet im Hintergrund wirken.
Kleine Auslöser – und plötzlich ist alles zu viel
Gerade jetzt reagieren viele sensibler. Ein vertrauter Geruch, ein Lied, eine Erinnerung, eine Begegnung – und plötzlich entsteht ein Gefühl, das schwerer ist als erwartet.
Trigger tauchen häufiger auf, weil unser Nervensystem in dieser Zeit weniger Schutzschichten hat. Wir sind müder, emotional offener, verletzlicher.
So holen uns Erlebnisse ein, die noch im Körper gespeichert sind: unverarbeitete Momente, alte Verletzungen, stille Kümmernisse. Sie melden sich nicht, um uns zu überfordern – sondern weil sie endlich gesehen werden möchten.
Wenn das Außen antreibt und das Innen Ruhe sucht
In dieser Jahreszeit treffen zwei Kräfte besonders stark aufeinander: das äußere Tempo, das uns antreibt, und das innere Bedürfnis nach Ruhe.
Draußen wächst die Liste der Verpflichtungen: Ein letzter Termin im Büro, der unbedingt noch „vor Weihnachten“ erledigt werden muss. Ein Familienbesuch, der eigentlich schön sein sollte, aber innerlich Druck erzeugt. Ein Weihnachtsmarkt, zu dem man „doch mal gehen müsste“, obwohl man sich nach einem ruhigen Abend sehnt.
Und gleichzeitig spüren viele Menschen etwas ganz anderes: den Wunsch, einmal tief durchzuatmen, ohne im nächsten Moment weiterrennen zu müssen. Die Sehnsucht, einen Abend auf dem Sofa zu verbringen, ohne schlechtes Gewissen. Das Bedürfnis, einfach draußen im Wald zu stehen – fern von Erwartungen, fern von Lärm.
Je mehr das außen fordert, desto deutlicher wird innen die Bitte um Entschleunigung. Diese Spannung – zwischen Pflicht und Bedürfnis, zwischen Schein und Sein – kostet Kraft. Und genau sie erklärt, warum der Advent für so viele zu einer emotionalen Belastungszeit wird.
Der Advent zeigt, was wir wirklich brauchen
Hinter Stress und Überforderung steckt oft ein leiser Ruf:
• nach Entlastung,
• nach innerem Frieden,
• nach einem Moment ohne Druck,
• nach Nähe, die nicht fordert,
• nach einem Ort, an dem Gefühle sein dürfen.
Wenn wir beginnen hinzuhören, zeigt sich etwas Kostbares: Unser inneres Gleichgewicht möchte zurückkehren.
Dunkelheit ist kein Fehler – sie ist ein Hinweis
Die Adventszeit konfrontiert uns nicht, um uns zu schwächen. Sie erinnert uns daran, was uns fehlt: Zeit, Selbstfürsorge, Achtsamkeit, Kontakt zu uns selbst.
Sie schenkt uns die Chance, ehrlicher zu werden – zu uns und zu dem, was wir brauchen.
Ein leises Gefühl: Gut zu sich selbst sein
Vielleicht ist es in diesem Jahr an der Zeit, einen anderen Advent zu leben: einen, in dem weniger erwartet und mehr gefühlt wird. Einen, in dem wir nicht durch den Dezember rennen, sondern innehalten. Einen, in dem wir uns selbst wieder Raum geben – für Ruhe, für Erholung, für Heilung.
Denn zwischen Lichterglanz und innerem Druck liegt ein Weg. Ein Weg, der zurückführt zu dir selbst. Zu dem, was dich trägt. Zu dem, was dich stärkt.
Schaue dir gerne meine Begleitungen auf deinem Weg an: https://natiba.de/angebote/


